Magazin Mensch

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Sommerzeit, viele Kinder, ein Team und ein Programm.

DRK Ahlerstedt, Zeltlager

Zeltlager, los geht’s: Gemeinsam wird gekocht, gebastelt und gespielt. Es gibt ­Wasserschlachten, Fußballturniere, Nachtwanderungen und Lagerfeuerabende. Als Betreuer steckt man mittendrin. Die Tage sind lang und ja, man ist danach müde. Aber es ist diese Müdigkeit, nach der man sagt: Das war richtig gut. Diese Woche ist anstrengend und schön, geprägt von Heimweh und neuen Freundschaften. Möglich wird das durch Menschen wie Meik, Anna und Jack.

Meik Roth – Seit drei Jahrzehnten dabei

Meik Roth und das Zeltlager gehören zusammen wie Zeltplane und Sommerregen. Der gebürtige Kakerbecker kam früh zum DRK-Ortsverein Ahlerstedt. Als junger Mann stand er vor der Wahl zwischen Bundeswehr und Zivildienst. Er entschied sich für den Katastrophenschutz und fand so seinen Weg zum DRK. Inzwischen sind daraus mehr als drei Jahrzehnte Engagement geworden. Das Zeltlager kannte er bereits aus seiner Kindheit. Mitte der achtziger Jahre organisierte der DRK-Ortsverein Ahlerstedt das Zeltlager, ursprünglich mit einer klaren Idee: Kinder aus Familien mit wenig Geld sollten Urlaub erleben. Heute ist das Angebot für alle offen, doch der Gedanke dahinter ist geblieben. Seit 1994 gehört Meik selbst zum Betreuerteam. Wochen vorher beginnt die Vorbereitung für das Zeltlager. Dabei bringt jeder seine eigenen Stärken ein. Manche kennen sich mit Technik aus, andere haben ein Gespür für Kinder, wieder andere stehen gern in der Küche. „Niemand wird in eine Rolle gedrängt: Man findet sie selbst. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe, ganz unterschiedlich und genau deshalb passen wir zusammen“, sagt Meik. Das Team bietet ein abwechslungsreiches Programm. Dabei geht es um Spaß und um Verantwortung. „Kinder setzt man nicht einfach hin und sagt, spielt mal. Man muss sie mitnehmen“, sagt Meik. Dafür braucht es unterschiedliche Persönlichkeiten. Menschen, die motivieren, zuhören, organisieren oder kreativ sind. Neue Ideen sind ausdrücklich erwünscht. „Ich freue mich über junge Leute, die etwas mitbringen. Vielleicht eine neue Ballsportart oder eine verrückte Spielidee.“ Auch wenn die Tage lang sind, bleibt Zeit für Austausch. Alle achten aufeinander. Für Meik steht fest: „Man muss es einfach erlebt haben“.

Anna-Sophie Jacob – Das Zeltlager hat sie das ganze Jahr im Kopf

Für Anna begann die Verbindung zum Ferienlager früh. Sie war sieben Jahre alt, als sie zum ersten Mal mitfuhr. In einem Jahr konnte sie nicht teilnehmen und war darüber so traurig, dass sie sogar weinte. Später motivierte die Mutter einer Freundin sie, als Betreuerin reinzuschnuppern. 2014 war es soweit und seitdem lässt sie das Ferienlager nicht mehr los. Seit dem vergangenen Jahr gehört Anna zur Leitungsgruppe und kümmert sich mit Leidenschaft um den Bastelbereich für die Kinder. Dafür sammelt sie das ganze Jahr über Ideen und Material. Vieles entsteht aus Naturmaterialien oder durch Upcycling. „Das Zeltlager habe ich eigentlich das ganze Jahr im Kopf“, sagt sie. „Im Sommer überlege ich schon, was wir im nächsten Jahr machen können.“ Immer mit dem Ziel, jedes Kind zu erreichen. „Wenn jemand sagt, ihm ist langweilig, dann hat er nur noch nicht das Richtige gefunden.“ Ein besonderer Augenblick ist für sie der Beginn des Lagers: Wenn die Zelte stehen und die Sonne auf die Planen scheint. „Dieser Geruch der Zeltplane in der Sonne, dann weiß ich, jetzt sind wir angekommen.“ Für Anna bedeutet diese Woche auch eine Auszeit vom gewohnten Rhythmus. Handy und Termine rücken in den Hintergrund. „Man lässt den ganzen Alltag außen vor. Das macht mich zufrieden.“ Natürlich ist eine große Gruppe von Kindern nicht immer ruhig. „Manchmal fühlt es sich an wie ein Sack Flöhe, den man hüten muss“, meint sie schmunzelnd. „Aber die Kinder kümmern sich auch gegenseitig umeinander und wir geben den Rahmen.“ Das Team selbst ist über die Jahre eng zusammengewachsen und es entstehen auch Freundschaften. Warum man sich engagieren sollte, beantwortet Anna klar: „Wenn jemand zwei Stunden am Tag durch soziale Medien scrollt, kann er auch der Gesellschaft zwei Stunden lang etwas zurückgeben.“ Jeder kann kommen so wie er ist, seine Interessen und Fähigkeiten einbringen. „Man muss einfach sagen: Hallo, hier bin ich. Wir ergänzen uns und haben alle was davon.“ 

Jack Ruder – entdeckt die Freude am Ehrenamt

Einer, der dieses Gefühl ebenfalls entdeckt hat, ist Jack Ruder. Der Sechzehnjährige war mehrere Male Teilnehmer im Ferienlager. Seine Mutter brachte ihn damals zum DRK, weil ihre Freundin Anna sie darauf aufmerksam machte. Die Erinnerungen sind bis heute lebendig. Besonders die Nachtwanderungen. „Die hatten immer ihren Reiz“, erzählt Jack. Nach mehreren Jahren als Teilnehmer entstand der Wunsch, selbst Verantwortung zu übernehmen. Also schrieb Jack nach Ostern eine Nachricht an Meik. Kurz darauf saß er beim ersten Treffen mit dem Team. „Ich wurde eingeladen und war gleich mittendrin.“ Das erste Jahr gilt als Probezeit. Neue Betreuer lernen die Abläufe kennen und wachsen Schritt für Schritt hinein. Jack wollte sich gut vorbereiten und hat die Ausbildung zur Jugendleiter-Card (Juleica) gemacht. Sie gibt ehrenamtlichen Betreuern ein solides Fundament und öffnet nebenbei viele Türen — von Vergünstigungen bis hin zu speziellen Versicherungen. „Im Ferienlager steht man früh auf, ist den ganzen Tag unterwegs und es ist immer spannend“, erzählt Jack. Besonders beeindruckt ihn der Zusammenhalt im Team. „Ich wusste am Anfang zum Beispiel nicht genau, was ich mit einem Kind machen soll, das Heimweh hat. Die anderen haben das schnell für mich übernommen.“ Neben den großen Programmpunkten bleiben Details in Erinnerung. Zum Beispiel die gute Küche. „Achtundneunzig Prozent wird frisch gekocht. Kartoffelpuffer oder vegane Lasagne, das war total lecker.“ Auch der bewusste Abstand zu Smartphones gehört dazu. Die Kinder vermissen es nicht, alles andere und das Miteinander ist viel spannender. Für Jack steht inzwischen fest, dass er weitermachen möchte. „Ehrenamt macht einfach Spaß. Man lernt viele Menschen kennen und erlebt, wie viel Gemeinschaft ausmacht.“

Du bist gemeint

Du hast die Geschichten von Meik, Anna und Jack gelesen und gesehen, wie vielfältig die Aufgaben im Zeltlager sind.Vielleicht erkennst du dich in einer dieser Rollen wieder. Klar ist: Erfahrung brauchst du keine. 

 Nur die Bereitschaft, dich einzubringen. Mit dem, was du kannst. Du zahlst nur deine Zeit. Dafür bekommst du eine Woche Spaß, gutes Miteinander und Essen, das fast immer selbstgemacht ist. Und das Gefühl, von dem Anna spricht: Teil eines großen Wir zu sein.

Wenn du Lust hast, dabei zu sein oder Fragen hast, melde dich einfach bei Meik Roth – er freut sich auf dich! Die Kontaktdaten findet ihr auf der Website vom DRK-Ahlerstedt.

Mehr Infos
Die nächste Ferienlagerwoche startet in der ersten Woche der Sommerferien am 4. Juli! Neugierig, was euch –erwartet? Auf unserer ­Website gibt es alle Infos.

DRK Ahlerstedt – Zeltlager

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